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Blick in die tierische Futterküche

PostDateIconDienstag, den 12. Januar 2010 um 11:46 Uhr |

Luchs beim FressenVon Georg Vater

Mehr als 600 Tierpark-Besucher schauten hinter die Kulissen. Die neue Lori-Anlage begeisterte.

Wer den Suhler Tierpark zu den üblichen Öffnungszeiten besucht, kann bei seinem Bummel die Tiere beobachten, manch Wissenwertes über sie erfahren und das Flair der gepflegten Anlage in der Suhler Schweiz genießen. Ein Blick hinter die Kulissen ist im Normalfall jedoch nicht möglich.

So bleiben vor allem bei den jüngeren Tierfreunden immer wieder Fragen offen - so etwa, was denn die Tiere eigentlich fressen, woher ihr Futter kommt und wie es zubereitet wird.

Gestern bestand Gelegenheit, diese Fragen beantwortet zu bekommen. Zum vierten Mal hatte die Einrichtung zum Zootag eingeladen und unter dem Motto "Alles Schei... - Wer frisst was?" den Werdegang der tierischen Nahrungskette anschaulich dargestellt. Und zum vierten Mal stieß dieses Angebot auf reges Interesse. Vor allem am Nachmittag pilgerten die Besucher aus nah und fern in Scharen in die Suhler Schweiz, waren die Parkplätze voll belegt und hatten die Tierpfleger bei den Schaufütterungen viele kleine und große Tierfreunde als Zuschauer. So wie Cathrin Fuchs, bei der die ansonsten nur mit Sicherheitsabstand zu sehenden Wisente fast hautnah zu erleben waren. Geduldig erklärte sie ihrem staunenden Publikum, was die imposanten Tiere namens Heide, Tura und Ilco so verputzen, während sie ihre Leckerlis aus der Hand fraßen.

Treffsicherheit gefragt

Auch die Fütterung der Falken, Schnee-Eulen, Steinböcken, Kolkraben und vor allem der Luchse verfehlten ihre Anziehungskraft nicht. Tierischen Kopfschmuck präsentierte Ulrich Bösherz den Besuchern. Der Tierpfleger der Hirsche, Wildkatze beim Fressenehe und Elche zeigte und erklärte auf dem Hirschhofplateau die verschiedensten Hörner und Geweihe. Wie ein Tier etwa für Transporte und medizinsche Behandlungen betäubt wird, demonstrierte Tierparkchef Michael Koch mit dem Blasrohr. Das es gar nicht so einfach ist, den mit Betäubungsmittel getränkten Pfeil zielgenau zu platzieren, davon konnten sich die Gäste beim Blasrohrschießen selbst überzeugen. Wer einen Stall einmal von innen sehen wollte, hatte dazu in der "guten Stube" der Elche Gelegenheit und bei Führungen durch das Terrarium war Interessantes über das Fressverhalten von eptilien und Co. zu erfahren. An der Futterküche stand das tägliche Futter der Tierparkbewohner zur Schau. Neben Pellets, Kraftfutter, Gemüse, Gras und Heu waren in den Näpfen auch tote Küken, Mäuse, Ratten oder Fische zu sehen, was anchem kleinen Besucher ein "Iiii" entlockte. Doch auch fleischfressende Tierparkbewohner wie Wildkatzen, Greifvögel und Reptilien wollen fressen. Während der Tierpark Grünfutter und Heu überwiegend von privaten Anbietern der Region bezieht, kommen tiefgefrorene Kleintiere von Spezial-Lieferanten für Zoos in ganz Deutschland. Natürlich muss all das, was vorne reinkommt, auch wieder raus. Deshalb gehört auch das Entfernen der Ausscheidungsprodukte zum Tierpfleger-Job. Auch davon konnten sich die Besucher ein Bild machen.

Viele lobende Worte

Auf großes Interesse stieß die erst seit Freitag begehbare Lori-Anlage. Die neue Attraktion bot vielen Besuchern einen zusätzlichen Anreiz zur Stippvisite und wurde wie das interessante Programm des Zootages mit vielen lobenden Worten bedacht. So war auch Tierparkchef Michael Koch am Abend sehr zufrieden mit der großen Resonanz. Insgesamt kamen 635 Besucher, die zudem deutlich länger verweilten als an "normalen" Tagen. "Das zeigt, dass wir wieder den Nerv der Leute getroffen haben", freute er sich. So wird der Zootag kommendes Jahr mit Sicherheit eine neue Auflage erleben.

Freies Wort: 13.07.2009

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