Lori-Liebe auf den ersten Blick
Von Ruth Schafft
Mit der begehbaren Papageien-Voliere wurde gestern eine thüringenweit einmalige Attraktivität eröffnet.
Es war Liebe auf den ersten Blick. Wenige Augenblicke dauerte es nur, dann waren die bunt gefiederten Hauptakteure des gestrigen Nachmittags mit der neuen Situation vertraut. Kurz nach der offiziellen Eröffnung der Lori-Anlage im Tierpark flatterten die geselligen Papageien nicht nur munter durch die neue Voliere, sondern schlossen mit den ersten Besucher schon Bekanntschaften.
Diese waren freilich zweckgebunden, streckten doch etliche Menschlein den Loris Minigefäße mit köstlichem Nektar entgegen. Derartige Futterspenden ließen sich die Buntgefiederten natürlich nicht entgehen.
Anlage mit Pfiff
Welch eine Metamorphose! Aus dem einstigen trostlos anzuschauenden Bärenzwinger entstand ein Domizil für die Loris - und dies mit viel Liebe und viel Grün, mit Bäumen, Holz und fünf Nistkästen. Letztere eingerichtet, auf dass sich das derzeit 14 Mitglieder zählende Suhler Lori-Volk schnell vermehre. Frank Graßmann, der Betreuer der exotischen Vögel, rechnet mit Nachwuchs bereits im nächsten Jahr.
Aus einer gemeinsamen Idee der Tierparkmitarbeiter und Jürgen Bergmann, Chef der Kulturinsel Einsiedel, entstand mit der begehbaren Lori-Voliere eine echte Attraktion, die thüringenweit ihresgleichen sucht. Tierparkleiter Michael Koch vermeldet dies vor den kleinen und großen Premierenbesuchern und Sponsoren nicht ohne Stolz. Für den Umbau des Bärenzwingers in ein Papageien-Paradies habe man sich aus praktischen Erwägungen heraus entschieden. "Die Loris sind leicht und gut zu füttern", nennt der Tierparkchef den Grund. Auf diese Weise können die Besucher den exotischen und zutraulichen Vögeln sehr nahe kommen. Tierpark zum "Anfassen" - ein zusätzlicher Reiz für die städtische Einrichtung, die sich anschickt, nach und nach attraktiver zu werden. Bereits im nächsten Jahr, ließ Frank Graßmann wissen, soll die Lori-Anlage "innerbetriebliche Konkurrenz" erhalten. In Nachbarschaft wird eine zweite Papageien-Voliere entstehen. Vielleicht mit einer anderen Vogelart aus der australischen Heimat der Loris oder mit den größeren Aras?
Zurück zur Gegenwart - mit Abstand sei die Lori-Voliere die schönste Anlage im Tierpark. Und weil sie sich noch dazu direkt am Eingang befindet, stimme sie die Gäste auf angenehme Weise auf den Besuch ein, meint Tierparkchef Koch. Seine
annschaft freue sich besonders, dass sie rechtzeitig zu den Ferien fertig gestellt werden konnte. Und dies, "ohne den städtischen Haushalt zu belasten". Was eine nette Umschreibung dafür ist, dass die Attraktion allein durch die finanzielle und handwerkliche Hilfe von Sponsoren und Eigeninitiative der Mitarbeiter Realität werden konnte. Allen voran dankte Michael Koch dem Tierparkförderverein, der mit über 15 000 Euro das Projekt unterstützt habe. Die Rhön-Rennsteig-Sparkasse war mit 3000 Euro dabei. Den Scheck überreichten gestern Vorstandsvorsitzende Marina Heller und Suhls Oberbürgermeister Jens Triebel an den Förderverein. "Der Einsatz der Mittel zeigt mir die Zukunftsfähigkeit des Suhler Tierparks", erklärt Marina Heller bei der Übergabe, während OB Triebel hoffe, "dass wir im Tierpark Schritt für Schritt weiter vorankommen". Sponsoren aus der Suhler Wirtschaft steuerten Leistungen für ebenfalls etwa 15 000 Euro bei. Ein ähnlich großer Anteil kam vom Tierparkteam selbst - allen voran Frank Graßmann, der sich in das bauliche Projekt hineingekniet und die Loris in monatelanger geduldiger Erziehungsarbeit auf ihren Tierparkjob vorbereitet hat. "Wichtig ist, dass die Tiere zahm sind, auch mal auf den Arm kommen, sich aber nicht greifen lassen", so der passionierte Papageien-Liebhaber.
Übrigens, das Futter - Nektarpulver in Wasser aufgelöst - gibt es in kleinen Dosen für 50 Cent an der Kasse. Eine Investition, die dem Käufer garantiert neue Freunde beschert. Vielleicht morgen schon beim Zootag?
Freies Wort: 11.07.2009
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